Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

auf dem Kasseler Friedensratschlag hat sich im Dezember 2012 ein Arbeitskreis Rüstungskonversion gegründet. Für eine friedliche Entwicklung weltweit ist es erforderlich, dass die Friedensbewegung mit dem Kampf für eine gesamtgesellschaftlich sinnvolle Produktion und für einen zivilen und humanen Inhalt der Arbeit dominierend wird und die wirtschaftliche und politische Macht der Rüstungsindustrie bricht.

Die Politik für die großen Geschäfte, der kapital- und profitgetriebene Raubzug durch Irak, Jugoslawien, Afghanistan und Libyen um Absatzmärkte, um den Zugang zu Rohstoffen, um Handelswege und machtpolitische Einflusssphären ist in der Krise: Diese Politik ist menschengemacht aber menschenwidrig, sie widerspricht dem Interesse der Mehrheit der Bevölkerung, sie ist unproduktiv und dies wird zunehmend neu erkannt.

Aktuell ist es der Friedensbewegung gelungen, den geplanten Krieg gegen Syrien unmöglich zu machen. Sogar mehr: Ein bedeutsamer Kurswechsel konnte durchgesetzt werden für das Primat der Politik, der Diplomatie und der zivilen Konfliktregulierung gegen das zynische Prinzip des Rechts des Stärkeren. Die Abrüstung nicht nur aller Chemiewaffen steht auf der politischen Agenda.

Nun steht an, bewusst die menschenwürdige Alternative zu entwickeln: eine Welt ohne Armut und Krieg, zivile Konfliktlösung und ein produktiver und solidarischer Bezug der Menschen zueinander bedarf sinnvoller und kooperativer Arbeit.

Dafür arbeiten wir dauerhaft in Gegnerschaft zur Rüstungsindustrie und wollen uns zu diesem Zweck am: 19. Oktober 2013, 11:00 bis 17:00 Uhr, im Cafe Buch-Oase, Germaniastraße 14, Kassel in einem erweiterten Kreis von Friedensbewegten im Rahmen einer Arbeitstagung beraten.

Im ersten Teil der Beratung wollen wir die Kämpfe der 1980er und 1990er Jahre mit daran Beteiligten auswerten. Denn es stellt sich heute die Frage, ob Rüstungskonversion ein Sicherheitsangebot an die Kollegen war und ist und ob entscheidend für Konversion die „technische“ Umsetzung auf Grundlage von Co-Management ist. Oder ob Rüstungskonversion deshalb richtig ist, weil es um Gesellschaftskonversion geht, darum, Frieden zu schaffen und sinnvolle Arbeit zu ermöglichen, es also bei dem Kampf um Rüstungskonversion voll und ganz auf die Hervorbringung dieser solidarischen Ambitionen ankommt.

Für den zweiten Teil der Beratung wollen wir das gegenwärtige Engagement der Friedensbewegung gegen die Rüstungsindustrie (Kampagnen gegen Drohnen und Rüstungsexporte, Zivilklausel, Abrüstung statt Sozialabbau) zum Ausgangspunkt nehmen und daran neu entwickeln, was es bedeutet, heute für Rüstungskonversion zu kämpfen.


Tagungsablauf:

11.00 bis 11:30 Uhr: „Rüstungskonversionsarbeit in den 1980er/1990er Jahren und Lehren daraus“
Referent: Prof. Wolfram Elsner, Uni Bremen

11.30 bis 13.30 Uhr: Diskussion

Pause

14.15 bis 14.45 Uhr: „Die gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit von Konversion heute“
Referent: Dr. Peter Strutynski, Kassel

14.45 bis 16.45 Uhr: Diskussion (inkl. Pause)

16.45 bis 17.00 Uhr: Schlusswort

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Für die räumliche Planung bitten wir um eine kurze Anmeldung per Mail an: willi.hoffmeister [at] gmx [punkt] de